Sprech- & Sprachentwicklungsstörungen

(bei Kindern)

Sprachentwicklungsstörungen (SES) liegen vor, wenn sich die sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes nicht altersgemäß entwickeln. Betroffen sein können dabei verschiedene Bereiche der Sprache, zum Beispiel die Aussprache, der Grammatikerwerb oder der Wortschatz und das Sprachverständnis. Die Auffälligkeiten können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und mehrere sprachliche Ebenen gleichzeitig betreffen. Dabei zeigt sich nicht nur eine verlangsamte Entwicklung, sondern häufig auch eine von der typischen Sprachentwicklung abweichende Sprachverarbeitung.

 

Wenn nur die Aussprache von Lauten betroffen ist spricht man von einer Artikulationsstörung. Hier ist die motorische Bildung einzelner Laute oder Lautverbindungen betroffen. Bestimmte Laute werden dabei nicht korrekt gebildet oder weichen von der üblichen Aussprache ab. Davon zu unterscheiden sind phonologische Störungen, bei denen Laute zwar grundsätzlich gebildet werden können, aber im Wort nicht an der passenden Stelle eingesetzt werden. Besonders häufig sind im Deutschen die Zischlaute wie s, z, sch und der ich-Lautbetroffen. Treten Auffälligkeiten bei s und z auf, spricht man von einem Sigmatismus, umgangssprachlich auch Lispeln genannt.